Das Gehege

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Die stabilsten Zäune sind die, an die wir nie stoßen.

Ein Gehege muss nicht hoch sein, wenn das Tier gelernt hat, seine Grenze gar nicht erst zu prüfen. Irgendwann reicht ein niedriger Zaun, dann eine Linie im Sand, am Ende nur noch die Erinnerung daran. Bei uns Menschen ist es kaum anders.

Gewohnheiten, Erwartungen und Routinen stecken Räume ab, die wir für die ganze Welt halten: den Beruf, den wir gewählt und nie hinterfragt haben, die Meinung, die wir übernommen haben, das Geld, das wir nach vertrauten Mustern anlegen. Solange wir uns innerhalb dieser Räume bewegen, spüren wir keinen Widerstand, und wir verwechseln diese Ruhe mit Freiheit. Sichtbar wird die Grenze erst, wenn wir einen Schritt in eine Richtung wagen, die niemand für uns vorgesehen hat.

Dann zeigt sich, ob dort tatsächlich noch ein Zaun steht oder nur die Gewohnheit, an ihn zu glauben.

Nicht jeder Zaun muss fallen. Manche schützen, was uns wichtig ist. Aber jeder verdient es, einmal gesehen und geprüft zu werden.